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Interview

Michel Bronner, Geschäftsführer

Interview mit Michel Bronner, Geschäftsführer und Inhaber von A Plus, der sich intensiv mit der Blockchain-Technologie und den dazugehörenden Kryptowährungen befasst und sich gerne den kritischen Fragen stellt.

Warum akzeptiert A Plus Bitcoin & Co.? Was hat Sie dazu bewegt, diese Zahlungsmöglichkeit in Ihr Angebot aufzunehmen?

In erster Linie geht es mir darum, bei einer neuen Technologie – welche aus meiner Sicht unsere Zukunft prägen wird – frühzeitig mit dabei zu sein und entsprechende Erfahrungen zu sammeln. Wir gehen nicht davon aus, dass wir innert Minuten von interessierten Kunden überrannt werden. Und falls doch, freuen wir uns natürlich sehr.

 

Warum lösen Kryptowährungen über die Medien und am «Stammtisch» Skepsis und Unsicherheit aus?

Dies ist vermutlich entscheidend damit verbunden, dass sich die Menschen zu wenig mit der Technologie und den Fakten beschäftigen, sich auf Schlagzeilen aus den Medien und Halbwissen stützen, Neuem eher vorsichtig gegenüberstehen und sich allenfalls auch gar nicht für die Hintergründe interessieren. Ausserdem wird mit Bitcoin & Co. viel «Lug und Trug» betrieben. Ich nenne in diesem Zusammenhang die vielen Spam-Mails, welche für ein Bitcoin-Investment werben. Das Vorgehen ist zu 99% unseriös und schadet dem Krypto-Image. Allerdings sollte man aufgrund dieser Tatsache nicht die gesamte Technologie und Bitcoin als solches verteufeln, sondern nur die Firmen und Individuen, welche damit zu betrügen versuchen. Ähnliche Betrugsangebote für Aktienkäufe und weitere Anlagemöglichkeiten erreichen uns ja ebenfalls täglich; nur haben wir uns mittlerweile an diese gewöhnt. Anders verhält es sich mit den Krypto-Währungen. Bitcoins werden einem nicht durch ein Werbemail angeboten. Sie müssen über eine Börse (z.B. bei «Coinbase») gekauft werden. Die Bitcoin-Technologie als solches ist ein sauber aufgebautes, dezentrales Zahlungssystem.

 

Sie finden also Bitcoin & Co. besser als «normales Geld» wie Schweizer Franken und Euro?

Nein das finde ich nicht. Man kann diese Systeme kaum miteinander vergleichen. Normales Fiat-Geld ist unendlich produzierbar und wird durch Zentralbanken geregelt und überwacht. Dies birgt Vor- und Nachteile. Der Bitcoin hingegen wird nirgends zentral überwacht und kontrolliert und kann auch nicht künstlich erstellt, kopiert oder vermehrt werden. Schätzungsweise im Jahr 2140 sind sämtliche rund 21 Millionen Bitcoins erstellt; daher wird es voraussichtlich beim Bitcoin keine Inflation geben. Ich glaube, wir werden in Zukunft beide Zahlungssysteme sehen. Es herrscht ein Irrglaube, dass die rund 1'500 existierenden Kryptowährungen versuchen werden, den Franken, den Euro, den Dollar und weitere Währungen zu ersetzen. Hinter den Kryptowährungen – ich spreche hier von den rund 150 seriösen, sogenannten «Coins» respektive «Tokens» – stehen dezentrale Ledger-Projekte. Das sind Unternehmen, welche an Dienstleistungen tüfteln, die weit übers Bezahlen hinausgehen, wie zum Beispiel Logistik-, Hotelbuchungs-, Finanzprojekte und vieles mehr. Diese Startup-Firmen finanzieren sich lediglich über Kryptowährungen.

 

Wie geht A Plus mit der Volatilität von Kryptowährungen um? Die Kurse schwanken ja stündlich, manchmal im zweistelligen Prozentbereich.

Zuerst müssen wir uns kurz fragen, warum die Kurse so sehr schwanken. Das liegt daran, dass der Gesamtmarkt der Kryptowährungen noch relativ klein ist. Wir sprechen von 250 bis 500 Milliarden. Daher kann und wird der Markt von grossen Spekulanten aktiv manipuliert, was ich auch nicht erfreulich finde. Ich glaube jedoch fest daran, dass sich der Kurs der von A Plus angenommenen Kryptowährungen, insbesondere von Bitcoin, in den nächsten fünf bis zehn Jahren massiv erhöhen wird. Daher werden wir die eingenommenen Kryptowährungen eher halten und erst viel später zu «normalem Geld» umwandeln, oder damit wiederum Produkte für unser Unternehmen einkaufen oder Dienstleistungen bezahlen. Ich halte selbst ein Auge auf den Markt und werde entsprechend reagieren, damit dieses Zahlungsmittel für A Plus einen Mehrwert bringen wird.

 

A Plus ist bei «WIR» ausgestiegen und akzeptiert nun Kryptos. Ein Widerspruch?

Nein ist es nicht. «WIR» ist eine zentralisierte und kontrollierte Parallel-Währung, die wir für die gegebene Zeit gerne akzeptierten. Mit deren neuen Philosophie, welche meiner Meinung nach einem Knebelvertrag gleichkommt, können wir uns nicht anfreunden. Daher sind wir bei «WIR» ausgestiegen. Kryptowährungen sehen wir allerdings nicht als Ersatz für «WIR».

 

Wie werden die Kryptowährungen verbucht und wie läuft es steuerlich?

Selbstverständlich werden die Einnahmen gemäss Rechnungsbetrag sauber verbucht und die MwSt. in Schweizer Franken überwiesen. Wir führen überdies gewissenhaft Buch über die eingenommenen Kryptowährungen.

 

Sehen Sie Bitcoin & Co. als gutes Investment?

Leider werden die Kryptowährungen aktuell von vielen als «kasinoartiges Investment» gesehen und diskutiert, was aus meiner Sicht der entsprechenden Technologie nicht gerecht wird. Ich empfehle keinem, viel Geld in Kryptos zu investieren. Der Markt ist noch zu jung und zu unklar. Man muss damit rechnen, seinen ganzen Einsatz zu verlieren. Was ich jedoch ohne Einschränkung empfehlen kann, ist Geld im Rahmen von 50 bis 200 Schweizer Franken in Kryptowährungen zu halten. In erster Linie, um ein Gefühl für diese Technologie zu bekommen. Relativ einfach und sicher funktioniert dies über www.coinbase.com. Für Smartphones ist auch ein entsprechendes App im Angebot. Vorsicht – hier gilt, immer nachzuprüfen, ob die korrekte App oder Website gewählt wurde!

 

Muss ich denn einen ganzen Bitcoin kaufen oder halten, um eine A Plus Rechnung zu bezahlen, wenn der Betrag nicht aufgeht?

Das ist eine sehr gute Frage. Viele meinen, man müsse jeweils einen ganzen Bitcoin zum aktuellen Kurs (zurzeit, Juni 2018, rund CHF 7'000.--) kaufen. Dies ist jedoch nicht Voraussetzung. Bitcoin weist nach dem Komma acht Stellen auf. Das heisst, es können Mikrobeträge transferiert werden. Ich kann also auch nur wenige Franken oder gar ein paar Rappen mit Bitcoin bezahlen. Vor dem Komma heisst er übrigens Bitcoin und nach dem Komma Satoshi. Der Satoshi ist quasi der Rappen des Bitcoins.

 

Was hat es mit den anderen Währungen, die A Plus annimmt, auf sich?

Ich versuche mich kurz zu fassen… (lacht). Ethereum ist eine eigene Blockchain, welche über eine Firma aus dem Kanton Zug operiert wird. Deren laufende Währung heisst Ether. Aus Sicht der Marktkapitalisierung ist Ethereum die zweitgrösste Kryptowährung. Über Ethereum laufen sehr viele Anwendungen; sogenannte «Smart Contracts». Bitcoin Cash hat genau genommen mit Bitcoin nichts zu tun. Diese Währung ist eine technologische Abspaltung (Hardfork) von Bitcoin. Litecoin ist eine Art Konkurrenzprodukt zu Bitcoin, hinter welchem ein interessantes Erfinderteam steht. Für Interessierte und Wissensbegierige empfehle ich die unten aufgeführten, spannenden Bücher und Links.

Wer gerne mehr über das Thema Blockchain und Kryptowährungen erfahren möchte, ist herzlich eingeladen, mich zu kontaktieren (michel.bronner (at) aplus.ch).

Bücher:

Dr. Julian Hosp. Bitcoin, Ethereum, Blockchain, ICO. & Co. einfach erklärt

https://www.orellfuessli.ch/shop/home/artikeldetails/kryptowaehrungen/julian_hosp/EAN9783959721370/ID114311733.html

Universität Basel, Aleksander Berentsen / Fabian Schär (Bitcoin, Blockchain und Kryptoassets) eher für Fortgeschrittene zu empfehlen.

https://www.orellfuessli.ch/shop/home/artikeldetails/bitcoin_blockchain_und_kryptoassets/fabian_schaer/EAN9783738653922/ID55053894.html

 

Interessante und seriöse Youtuber:

TOBG Business von Patrick Germann (Schweiz)

https://www.youtube.com/channel/UC0F0jfEYYQVEidLyTN3vJdQ/featured

 

Dr. Julian Hosp

https://www.youtube.com/user/julianhosp

 

Übersicht über die gängigsten Kryptowährungen und deren Marktpreise:

Tipp: Klicke auf einen «Coin» und schon öffnet sich eine Website mit weiterführenden Infos zur jeweiligen Kryptowährung.

https://coinmarketcap.com/